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Zeitreise auf Walserwegen


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Datum: 
Juni 2011

Dr Wäg zun dä Walser - die Kultur der Walser in Graubünden entdecken

Ab dem 13. Jahrhundert besiedelten Walser die Bündner Hochtäler und machten sie urbar. Ihrer Sprache und Kultur können Wanderer auf dem neu eingerichteten Walserweg begegnen.

Der Walserweg führt auf historischen und naturnahen Wanderwegen über alpine Pässe zu den Walsern in Graubünden. Die charakteristische Siedlungsstruktur der abgelegenen Walser Gemeinden und Talschaften, die naturnahe Kulturlandschaft und die spektakuläre Gebirgslandschaft machen diesen 300 km langen Weitwanderweg besonders attraktiv.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts „Walserweg Graubünden“ sind die Impulsprojekte. In entlegenen Regionen werden sanfte touristische Zusatzangebote entwickelt, die den Walserweg für die Wandernden bereichern und der lokalen Bevölkerung einen Nebenverdienst ermöglichen sollen. Die Impulsprojekte werden von der Fachstelle Tourismus und Nachhaltige Entwicklung in Wergenstein, in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, entwickelt und begleitet. Zur Eröffnung des Walserwegs Graubünden im Juni 2010 konnten die ersten drei Impulsprojekte umgesetzt werden:

    Degustationskeller in Hinterrhein
    Schaukäserei in Strassberg, Fondei
    Lawinenführer in St. Antönien

    Kultur- und Begegnungsraum Obermutten

In 19 Tages-Etappen von San Bernardino im bündnerischen Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg

1. Etappe: S. Bernardino – San Bernardino Pass - Hinterrhein
Um 1270 wanderten Walser aus dem Wallis, Pomatt und Gurin über die gletschergeprägte Landschaft des San Bernardino Pass nach Hinterrhein. Das Erscheinungsbild des Dorfes erinnert an die Zeit der Säumer und Fuhrwerksleute. Walser Gastfreundschaft.

2. Etappe: Hinterrhein – Valserberg – Vals
Historischer Walserweg via Alp Piänetsch auf den Valserberg. Über Alpweiden zu den einst ganzjährig bewohnten Hofsiedlungen im Peiltal: Wallatsch, Tschifera, Uf der Matta., Abersch Hus. Blick auf die Quarzit-Steindächer von Vals. Erholung in der Therme Vals.

3. Etappe: Vals – Tomülpass – Safien Turrahus
Traditionell oder modern – Holz und Valser Quarzit prägen das Dorfbild von Vals. Sicht auf die Siedlung Leis unterhalb des Piz Aul. Kalkbrennöfen, Türkis-Wasserbecken bei der Alp Tomül. Beim Abstieg ins Safiental Blick aufs Wisshorn und die Pizzas d’Anarosa.

4. Etappe: Safien Turrahus – Camanaboda – Safien Platz
Charakteristische Streusiedlungen im Safiental. „Bim Turra“ (Safien Turrahus), einst Umladestation am Safierberg, über den die Walser im 14. Jh. einwanderten. Traditionelle Holzbauten, Schindeldächer, „Stegelzuun“ (Schrägzaun). Camaner Hütten: Typische Einzelsennereien.

5. Etappe: Safien Platz – Glaspass – Thusis
Während Jahrhunderten wanderten die Safier mit Vieh und Ware über den Glaspass zum Marktort Thusis. Walser Niederlassungen in Inner und Usser Glas und Tschappina. Am Fusse des Piz Beverin liegt die aufgegebene Walsersiedlung Masügg, heute Alpgebiet.

6. Etappe: Thusis – Carschenna – Obermutten
Aufstieg zur aussichtsreichen Burg Hohenrätien und zu den prähistorischen Felszeichnungen bei Crap Carschenna. Auf schmalem Weg hinauf zur Waldlichtung Crocs. Blumenreiche Heuwiesen am Muttner Berg. Typische Walser Siedlung Obermutten mit kleiner Holzkirche.

7. Etappe: Obermutten –Samest- Andeer
Alter Transitweg vom Albulatal ins Schams. Blick hinüber zu den Walser Siedlungen am Heinzenberg. Durch lichte Lärchenwälder und über Alpweiden ins romanische Val Schons. Sgraffito an den stattlichen Wohnhäusern von Zillis und Andeer. Heilbad in Andeer.

8. Etappe: Andeer – Roflaschlucht - Innerferrera
Prähistorische Schalensteine bei Arsiert, Fussweg unter den Wasserfall der Roflaschlucht, Andeer Granit: seine grüne Farbe ist unverkennbar. Natursteinbogenbrücken der alten Averserstrasse, Zeugen der Bergwerkstätigkeit und eine Gletschermühlen-Felssturz-Waldlandschaft.

9. Etappe: Innerferrera - Cresta – Juf
Tiefblicke auf der alten Averserstrasse mit ihren Naturstein-Bauten. Bei der Valle di Lei-Brücke treffen Ferrera und das Hochtal Avers auf Italien. Entrückt steht die Talkirche von Cresta. Walser Häuser mit „Seelepalgge“. Schafmist als Brennmaterial in Juf (2124m ü.M).

10. Etappe: Juf – Stallerberg – Fallerfurgga – Alp Flix
Salz und Mehl trugen die Walser von Juf über den Stallerberg. Stein-reich die Flüeseen, majestätisch der Piz Platta, alpin der Abstieg ins Val Faller. Tgà und Alp Flix: ehemalige Walser Siedlungen – heute Oasen für Fauna und Flora mitten im Parc Ela.

11. Etappe: Alp Flix – Pass d'Ela – Chamonas d'Ela
Die Kapelle San Roc gehört zur ehemaligen Walser Siedlung Alp Flix wie der Schafkäse, die Moorseen und die artenreichen Heuwiesen. Ehem. Manganabbaugebiet bei Parsettens. Die Merengue auf der Alp d’Err stärkt für den Aufstieg zu den „Laiets“ (Seen) beim Pass d’Ela.

12. Etappe: Chamonas d'Ela – Filisur – Jenisberg – Monstein
Vor uns liegt das romanische Albulatal mit Filisur. Tiefblick aufs Landwasserviadukt, eindrücklicher Weg durch die Breitrüfi und das Drostobel. Jenisberg, von Walsern besiedelt, liegt auf einer Terrasse. Ehem. Erzgruben am Silberberg, Walser Spycher in Monstein.

13. Etappe: Monstein – Fanezfurgga – Sertig Dörfli
Rundholz-Architektur in Monstein und auf der Oberalp. Über die Weiden der ehemaligen „Meder“ (Heuwiesen) auf die Fanezfurgga. Der Weg führt durch das fossilienreiche Ducangebiet zum Wasserfall und zum Sertig Dörfji. Kirche „Hinter den Eggen“ von 1699.

14. Etappe: Sertig Dörfli – Tällifurgga – Dischma – Davos
Aufstieg durch Arven, Lärchen und Zwergstrauchheide auf die Tällifurgga. Aussicht auf die frühe Walser Einzelhof-Siedlung Clavadel. Fels, Wasser, alpine Vegetation im Rüedischtälli. Natursteinzäune bei der gleichnamigen Alp. Walser Streusiedlung im Dischmatal.

15. Etappe: Davos – Stafelalp – Maienfelder Furgga – Arosa
Davos: einst ausgedehnte Wälder, in denen sich um 1280 zu den zwei Romanen Höfen zwölf Walser Höfe gesellten, heute Alpenstadt. Die malerische Stafelalp war Rückzugsort des deutschen Malers Ernst Ludwig Kirchner. Abseits verbauter Wege und Berge nach Arosa.

16. Etappe: Arosa – Medergen – Sapün – Langwies
Medergen: Sonnenverbrannte Holzhäuser schmiegen sich eng aneinander auf 2000 m ü.M. In Sapün erzählt jedes Haus von der Zeit, als die Walser ganzjährig in diesem „wilden Thal“ lebten. Auf dem alten Sommerweg nach Langwies, einst Zentrum für die Walser im hinteren Schanfigg.

17. Etappe: Langwies – Fondei – Casanna – Klosters
Durchs Fondeier Tobel zu den Holzstrickbauten der frühen Walser Siedlung Strassberg. Traditionelle Nutzung erkennbar. Heute unverbaute Kulturlandschaft, offenes Alpgebiet, Wollgras-Moorseen am Durannapass. Besuch des „Nutli Hüschi“ (16. Jh) in Klosters.

18. Etappe: Klosters – Schlappin – Rätschenjoch – St. Antönien
Im 14. Jh. siedelten die Walser in Schlappin. Durch den Schutzwald aufs Saaser Alpgebiet. Karstlandschaft am Rätschenjoch, ehem. Bergbaugebiet in der „Butzchammera“, Felssturz-Landschaft im Gafiatal, Streusiedlungen am Hang, geschlossene Siedlung in St. Antönien Platz.

19. Etappe: St. Antönien – Schweizertor – Brand (A)
Partnun, unterhalb der Schijenflue, wurde wie auch das Gafiatal früh von Walsern besiedelt. Heute Alpgebiet, mit typischen Holzhäusern inmitten des Rätikonmassivs – ein Outdoor-Eldorado. Schweizertor: alpiner Übergang nach Brand (A), wo sich im 14. Jh. die ersten Walser niederliessen.


Etappen-Orte

San Bernardino
Vals
Safiental
Region Viamala/Heinzenberg
Thusis
Andeer
Davos
Klosters
Arosa
St. Antönien

St. Antönien ist als Wander- und Kletterparadies sowie für Ski- und Biketouren und als familienfreundlicher kleiner feiner Ferienort bekannt. Die Region kann als typisch walserisch bezeichnet werden: Eine gut erhaltene Siedlungsstruktur mit Einzelhöfen und einem kleinen Zentrum bei der Kirche am Platz, eingebettet in eine intakte Kulturlandschaft, zeichnet St. Antönien aus. Die Bevölkerung ist sehr mit ihrem Hochtal verbunden.

Es gibt Tourismus in der Region, doch gerade der Sommertourismus ist eher schwach ausgeprägt. Mit dem Projekt „St. Antönien - Leben mit  Lawinen" wurde im Rahmen der Impulsprojekte ein interessantes Sommerangebot für Wandergäste und Interessierte an der Geschichte von St. Antönien geschaffen.

Das Thema Lawinen ist für St. Antönien von grosser Bedeutung: Gerade im Sommer sieht man die Schutzmassnahmen gegen die grossen Schneemassen im Winter sehr gut. Machen Sie sich selbst ein Bild über das Leben mit Naturgefahren im Berggebiet - am Beispiel von St. Antönien.


 

Details

Länge: 300 km
19 Etappen

Anforderung
Technik:mittel
(Ausnahme Etappe 19: anspruchsvoll)