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"Arte & Cultura" - Im Land der Künstler


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Datum: 
06.06.2011

Auf den Spuren von Giacometti, Segantini und Varlin - im Bergell unterwegs

"Der Mensch wird krank, wenn sich das Auge langweilt", sagte der Maler Varlin, der mit seiner Frau von Zürich nach Bondo zog. Im Bergell langweilt sich das Auge sicher nie. Nicht nur, weil man von einer wunderbaren Natur umgeben ist, die den richtigen Rahmen für die majestätischen, hoch in den Himmel ragenden Berge bildet, sondern weil hier auch diverse Künstler ihre Spuren, ihre Werke und vor allem ihr Herz hingterlassen haben. Einige von ihnen, wie Giacometti, wurden hier geboren, andere wie Varlin und Segantini sind hierher gezogen und haben dieses wildromantische Tal zu ihrer neuen Heimat erwählt.

Alberto Giacometti, der bekannte Bildhauer, wurde im Bergell, in Borgonovo geboren und ruht dort heute auch im Familiengrab. Seine länglichen Skulpturen sind auf der ganzen Welt berühmt und schmücken zusammen mit seinem Portrait die 100-Franken-Noten. Sein Heimathaus und das Atelier, das er sich mit seinem Vater Giovanni, einem bekannten Vertreter des Schweizer Kolorismus, teilte, befindet sich im romantischen Stampa. In verschiedenen Orten des Tals sind auch die architektonischen Werke von Bruno, dem Bruder von Alberto Giacometti, zu bewundern. Die bunten Meisterwerke von Augusto Giacometti, Pionier der abstrakten Kuns, springen den Besuchern in den Kirchen von Borgonovo und Stampa in die Augen. Auch im Bergeller Museum Chäsa Granda sind einige Werke dieser großartigen Künstler der Familie Giacometti ausgestellt, sogar die von Diego Giacometti, dem Designer und Assistenten von Alberto. Im Museum befinden sich auch Werke von Varlin, wie die große Leinwand mit dem Titel "Die Leute meines Dorfes", die die Zuneigung des Künstlers zu den Einwohnern von Bondo widerspiegelt. In der Ciäsa Granda kann der Besucher aber nicht nur Kunstwerke bewundern, sondern auch in die Kultur und Geschichte dieser Region eintauchen und die Geheimnisse von Flora und Fauna lüften.

Vor langer Zeit, im Jahr 1894, kam der Meister des italienischen Divisionismus, Giovanni Segantini, nach Maloja, wo es ihm sosehr gefiel, dass er bis zu seinem Tode blieb. Heute kann man in Maloja auf dem ihm gewidmeten Pfad die ihn so faszinierende Felslandschaft entdecken, sein Atelier besichtigen und sein Familiengrab besuchen. Im Segantini Museum in St. Moritz sind viele seiner Meisterwerke ausgestellt, auch die Bilder mit dem Panorama der Bergeller Gipfel.

 

© BET Juni 2011